Übertragung von DSL-Signalen über weite Strecken – Vergleich und Test der verschiedenen Möglichkeiten

Durch die hohen Übertragungsraten eines schnellen DSL-Anschlusses kann man moderne Internettechnologien, wie beispielsweise Video- und Audiostreams, auch ohne lästige Warterei genießen. Doch wie kommt das schnelle DSL-Internet auch in die hinterste Ecke des Hauses? Was macht man, wenn die Sendeleistung des WLAN-Routers nicht ausreicht, um auch im Garten mit dem Laptop bequem im Internet zu surfen?

Ein “Digitaler Teilnehmeranschluss” (engl. Digital Subriber Line, kurz DSL) ist ein Übertragungsstandard, der Daten mit einer hohen Datenübertragungsrate über das lokale Telefonnetz zum heimischen Rechner liefert. Innerhalb der eigenen vier Wände steuert der sogenannte DSL-Router (engl. to route – weiterleiten) dabei die Verbindungen und den Datenaustausch zwischen dem heimischen Netzwerk und dem weltweiten Internet.

Bei den heimischen DSL-Routern unterscheidet man zwischen kabelgebundenen für einen stationären DSL-Anschluss und Routern für kabellose lokale Netze (engl. Wireless Local Area Network, kurz WLAN).


WLAN Signal verstärken


Die kabellose DSL-Anbindung abgelegener Räume ans Internet über WLAN besticht vor allem durch den wesentlich geringeren Installationsaufwand. Es müssen keine Löcher gebohrt und meterlange, teure Kabel verlegt werden.

Der größte Nachteil liegt jedoch in der begrenzten Reichweite und dadurch auch geringeren Datenübertragung von WLAN. Laut dem WLAN-Standard können theoretische Übertragungsreichweiten von 30 bis 100 Meter auf freien Flächen erreicht werden. In der Praxis reduziert sich die Sendeleistung und Datenübertragungsrate allerdings erheblich.

Besonders Stahlbetonwände und Leichtbauwände, die auf Metallrahmen aufgeschraubt sind, verschlechtern die Signalqualität erheblich. Eine notwendige Verstärkung des WLAN Signals kann über verschiedene Lösungen erreicht werden.

Die einfachste Möglichkeit ist die Neuausrichtung oder Umpositionierung des WLAN-Routers, um Hindernisse und Funkstörungen zu vermeiden. Ein anderer, relativ preisgünstiger, Weg ist die Verstärkung der Sendeleistung am DSL-Router durch eine leistungsfähigere Antenne. Einige WLAN-Router erlauben den Anschluss einer externen Antenne.

Dadurch werden die ektromagnetische Wellen gebündelt, und können somit eine größere Reichweite erreichen. Dies ist allerdings im Hinblick auf die Abhörsicherheit und die Störung anderer Netze nicht immer empfehlenswert. Auch die Antenne des Empfängers kann ersetzt werden, was allerdings vor allem bei mobilen Endgeräten keine optimale Lösung ist.

Ein weiterer Ansatz ist das Hinzufügen eines zusätzlichen WLAN-Routers ins Netzwerk. Dabei entstehen allerdings höhere Kosten und ein zusätzlicher Konfigurationsaufwand. Denn die meisten WLAN-Router für den Heimgebrauch können nicht direkt miteinander kommunizieren und müssen mit einem Netzwerkkabel verbunden werden.

Die größte Erhöhung der Reichweite kann durch das Hinzufügen eines WLAN Verstärkers (engl. Repeater) erreicht werden. Ein Repeater ist ein freistehendes Gerät, dass auf der Hälfte der Entfernung zwischen DSL-Router und Empfänger platziert wird. Der Repeater empfängt das DSL-Signal vom Router und sendet es an den Empfänger weiter.

Allerdings sind allen diesen Maßnahmen zur Verstärkung eines kabellosen Signals auch Grenzen gesetzt.


Abhilfe mittels PowerLAN – DSL via Steckdose


Abhilfe kann dann ein sogenanntes Strom-Netzwerk (engl. Poweline oder PowerLAN) schaffen. Dazu kann praktisch jede Steckdose innerhalb eines Stromkreises genutzt werden. Auch ohne das Verlegen neuer Kabel kann dadurch sogar in den entlegensten Ecken eines Hauses ein DSL Netzwerkanschluss verfügbar gemacht werden.

Die Reichweiten sind auch ohne besonderen Aufwand wesentlich größer als bei WLAN. Durch die Verwendung mehrere Adapter innerhalb eines Stromnetzes kann auf einfache Weise ein Heimnetzwerk aufgebaut werden.

Allerdings birgt ein Strom-Netzwerk auch einige Nachteile, denn anders als bei Kabel und Funk müssen sich weitere Adapter die verfügbare DSL-Bandbreite teilen. Auch ist die Qualität der DSL-Verbindung abhängig von der Elektroverkabelung und dadurch störanfällig. Außerdem haben Stromnetzwerke mit vergleichsweise hohen Abstrahlungsraten zu kämpfen, und können im Wohnbereich Funkstörungen verursachen.

Die Übertragung eines DSL-Signals über weite Strecken ist stark von den individuellen baulichen Gegebenheiten und Wünschen des Anwenders abhängig. Außerdem sollte man beachten, das WLAN und Stromnetzwerke zusätzlich verschlüsseln werden müssen, während klassische Netzwerkkabel praktisch abhörsicher sind.

Um alle Vorzüge von DSL ohne Einschränkungen genießen zu können und eine optimale DSL-Verfügbarkeit in jedem Raum zu gewährleisten, ist oftmals eine Kombination verschiedener Technologien erforderlich.

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